Finanzielle Freiheit: Lüge oder machbar?

Dem Schriftsteller Oscar Wilde wird folgendes Zitat nachgesagt: "Als ich jung war, habe ich geglaubt, dass Geld das Wichtigste im Leben sei. Jetzt bin ich alt und weiß es." Auch wenn Geld allein nicht glücklich macht, beruhigt sein Besitz und lässt vieles einfacher werden als ohne einen ausreichenden finanziellen Spielraum. Doch wie erreicht man die Finanzielle Freiheit?

Oder handelt es sich dabei nur um eine große Lüge? Bernard Baruch hat darauf die passende Antwort: "Es gibt tausend Möglichkeiten, sein Geld auszugeben, aber nur zwei, Geld zu verdienen: Entweder wir arbeiten für Geld oder Geld arbeitet für uns!" Man kann sich bereits vorstellen, was besser wäre.


Was ist finanzielle Freiheit und gibt es einen Unterschied zu finanzieller Unabhängigkeit?

 

Finanzielle Unabhängigkeit und Finanzielle Freiheit:

Beides hört sich ähnlich an.

Eine offizielle Definition gibt es weder für den einen Begriff noch für den anderen.

Und dennoch sind beides nicht das Gleiche.

Nachstehend geben wir einen Überblick, was Finanzielle Unabhängigkeit und Finanzielle Freiheit bedeutet und wie man sie erreichen kann.


Was ist Finanzielle Unabhängigkeit?

 

Die Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet:

Der eigene Lebensstil und die Einkünfte aus passivem Einkommen (was das ist, erläutern wir gleich) sind so gut aufeinander abgestimmt, dass man nicht mehr auf eine Arbeit angewiesen ist.

Sie stellt quasi den ersten Schritt für eine Finanzielle Freiheit dar.


Was ist Finanzielle Freiheit?

 Die Finanzielle Freiheit bedeutet, im Vergleich zur Finanziellen Unabhängigkeit:

Die Einkünfte aus passivem Einkommen sind so hoch, dass man sich einen Lebensstil nach eigenen Vorstellungen erlauben kann.

Finanzielle Freiheit

Um dies zu erreichen, muss dieser Lebensstil nicht eingeschränkt werden.

Die wichtigste Frage aber bleibt:

Kann man das schaffen oder bleibt dies nur wenigen vorbehalten?


Wie erreicht man Finanzielle Unabhängigkeit?

 Wie bereits beschrieben, ist die Finanzielle Unabhängigkeit der erste Schritt zur Finanziellen Freiheit.

Wer von Null beginnt, der sollte zunächst die Finanzielle Unabhängigkeit anstreben.

Sie kann in drei Schritten erreicht werden:

  • Absolut geringe Lebenskosten.
  • Einnahmen aus unsicheren passiven Einkünften.
  • Einnahmen aus sicheren passiven Einkünften.

Nur 3 Schritte!

Das hört sich einfach an.

Wir gehen in den nächsten Absätzen näher auf die einzelnen Punkte ein.


Die Lebenshaltungskosten reduzieren

Ist damit Sparen gemeint?

Nicht ganz.

Beim Sparen wird temporär auf eine bestimmte Ausgabe verzichtet, um sich mit dem Ersparten einen (meist einmaligen) Wunsch zu erfüllen.


Möchte man hingegen die Finanzielle Freiheit erlangen, geht es um nachhaltige Reduktion.

Ein Beispiel:

Das extremste Beispiel sind Aussteiger, die in einer Holzhütte im Wald wohnen und sich von dem ernähren, was die Natur ihnen schenkt.

Dieser Lebensstil ist sicher den wenigsten gegeben.

Gleichwohl trifft dieses Beispiel des Pudels Kern.

Es geht darum, seine Ausgaben für die elementaren Lebenskosten so zu senken, dass eine nichtselbstständige Tätigkeit nicht mehr erforderlich wird.


Was gehört zu den Lebenshaltungskosten?

In der Bundesrepublik Deutschland gab ein Haushalt im Jahr 2016 allein für Lebenshaltungskosten durchschnittlich 1.327 € im Monat aus.

Darunter fielen die Ausgaben für

  • Wohnung,
  • Ernährung
  • und Kleidung.

Um auf der anderen Seite diese Ausgaben durch Einkünfte zu erwirtschaften, wird es ohne eine Arbeit schwer werden.

Rund ein Viertel aller Konsumausgaben der Deutschen entfallen auf Wohnung und Energie.

Finanzielle Freiheit Lebenshaltungskosten

Wie aber lassen sich die Lebenshaltungskosten senken?


Möglichkeiten der Ausgabenreduzierung

Die selbstgebaute Holzhütte im Wald ist sicher ein Extrem.

Möglichkeiten, die Ausgaben zu reduzieren, gibt es dennoch.

Der größte Block sind die Miete.

Um diese Kosten zu verringern, könnte eine kleinere Wohnung oder eine günstigere Wohnung in Betracht kommen.

Dazu spielt auch der Wohnort eine Rolle.

Ein Beispiel:

In Großstädten wie München, Frankfurt am Main und Hamburg sind die Mieten besonders hoch.

Alternativ bietet sich an, auf das kostengünstigere Land zu ziehen oder gleich ins Ausland, wo die Lebenshaltungskosten besonders niedrig sind.

Ein Beispiel:

Zum Beispiel nach Taschkent in Usbekistan. 

Nein Spaß bei Seite.

Da das Ziel aber ohnehin lautet, nicht mehr abhängig Arbeiten zu müssen, spielt der Wohnort nicht mehr die große Rolle.

Für Ernährung, Kleidung und Energie geht es weiter darum, den eigenen Lebensstil so nachhaltig anzupassen, dass Kosten nur noch in geringer Höhe anfallen.

Oft reicht auch ein Blick auf die Einnahmen und Ausgaben in Ihrem Haushalt.

Auf diese Weise ist die Finanzielle Freiheit schnell(er) zu erreichen.


Einnahmen aus passiven Einkünften

Was ist damit gemeint?

Sogenannte passive Einnahmequellen sind Einkünfte, die aus Quellen herrühren, für die Sie nichts mehr machen müssen, wenn sie einmal erstellt sind.

Ein klassisches Beispiel ist ein E-Book.

Dieses müssen Sie nur einmal schreiben und generieren nach der Veröffentlichung laufend Geld, ohne dafür etwas machen zu müssen.

Diese passiven Einkünfte sind die Grundlage für die Finanzielle Freiheit und lassen sich auf vielfältige Weise unterscheiden.

Eine für uns wichtige Unterscheidung ist die nach:

  • Unsicheren passiven Einnahmen.
  • Sicheren passiven Einnahmen.


Unsichere passive Einnahmen auf dem Weg zur Finanziellen Freiheit

Unsichere passive Einnahmequellen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ohne Weiteres wieder wegbrechen können.

Man kann nie mit ihnen sicher planen.

Auch hier passt das klassische Beispiel des E-Books.

Sie generieren vielleicht jeden Monat Einkünfte aus dem Verkauf des Buches, allerdings wissen Sie im Voraus nicht, in welcher Höhe.

Es kann auch vorkommen, dass sich das Buch nach einem Monat oder nach einer gewissen Zeit überhaupt nicht mehr verkauft.

Dann bricht diese passive Einnahmequelle weg.

Man erkennt die passiven Einnahmequellen an ihre Unplanbarkeit.

Sie spielen eine wichtige Rolle, können es aber in der Regel nicht alleine schaffen, um die Finanzielle Freiheit zu erreichen.


Sichere passive Einnahmen auf dem Weg zur Finanziellen Freiheit

Es liegt auf der Hand, dass diese Einnahmen den unsicheren vorzuziehen sind.

Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass man sie planen kann.

Auch hier ein klassisches Beispiel.

Wer Geld auf einem Sparbuch anlegt, der kann mit den daraus resultierenden Zinsen fest planen.

Besser wäre noch ein Festgeldkonto.

Andere Beispiele sind:

  • ETFs
  • Zinsen auf Aktien
  •  oder Vermietungen

Natürlich sind auch diese Einnahmequellen nicht absolut sicher.

Eine solche 100-prozentige Sicherheit gibt es bisher nicht.


Was ist konkret erforderlich, um die Finanzielle Freiheit zu erreichen?

Es hört sich bisher vielleicht leicht an.

Allerdings sollten Sie sich fragen:

Wenn es wirklich so einfach wäre, warum noch nicht alle Menschen Finanzielle Freiheit erreichen oder wenigstens die Finanzielle Unabhängigkeit?

Dies kann vor allem daran liegen, dass die Umsetzung der einzelnen Schritte nicht so einfach ist.

Nach dem Schwierigkeitsgrad lassen sich die einzelnen Punkte wie folgt einteilen:

  • Reduzierung der Lebenshaltungskosten
  • Erzielung von unsicheren passiven Einnahmequellen
  • Erzielung von sicheren passiven Einnahmequellen

Weniger Ausgaben

Dieser Schritt ist der einfachste und einer, der sofort sichtbar wird.

Über die Reduzierung der Miete haben wir bereits gesprochen.

Doch die Ausgabeneinschränkung wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus.

So sollten Sie vor jeder Anschaffung überlegen, ob Sie diesen Gegenstand wirklich benötigen.

Vielleicht scheint dieser im ersten Augenblick sinnvoll und wichtig.

Aber bei weiteren Überlegungen sieht man eine bessere Alternative oder bedenkt, dass viel Eigentum auch Verantwortung mit sich bringt.

Und diese kann mit der Zeit zu einer Last werden.

Außerdem belastet Konsum die Umwelt.

Und, um wieder zum Thema zu kommen, belastet es die Ausgabenseite.

Ein weiterer Effekt stellt sich ein, wenn man auf Anschaffungen verzichtet:

Das dadurch gesparte Geld kann für passive Einnahmequellen verwendet werden.


Mehr passive Einnahmen erzielen

Um Finanzielle Freiheit zu erlangen, reicht es nicht, noch mehr (nichtselbstständig) zu arbeiten.

Dadurch wird genau das Gegenteil erreicht:

Man wird noch abhängiger von einer Arbeit.

Es muss sich bei der Einnahmequelle, die man sich aufbaut, um eine passive Einnahme handeln.

Diese Einnahmequellen zu erschließen, ist schwieriger als Ausgaben zu reduzieren.

Sie erfordern eine einmalige Investition von wahlweise:

  • Arbeitskraft.
  • Kapital.

Als Beispiel wieder E-Book und Sparbuch.

Um aus einem E-Book eine einmalige Einnahme zu generieren, muss es zunächst geschrieben werden.

Dabei werden Zeit und Können eingesetzt, häufig weniger Kapital.

Um passive Einkünfte aus einem Sparbuch zu erwirtschaften, ist die einmalige Einlage von Kapital erforderlich.

Oder anders ausgedrückt:

Ohne die Einzahlung von Geld, können keine laufenden Einnahmen erzielt werden.

Doch können Sie, um dieses Ziel zu erreichen, kurzzeitig mehr arbeiten, um Kapital zu erwirtschaften, das Sie sinnvoll für passive Einnahmen einsetzen.

Zum Beispiel Sparbuch, ETF, Termingelder usw.


Die Kombination macht`s

Um das Ziel Finanzielle Freiheit schnell zu verwirklichen, ist es erforderlich, alle Schritte in Kombination anzugehen.

Es macht Spaß, die Erfolge gleich sehen zu können.

Je nach Möglichkeiten und Vorbedingungen wird es mehr oder weniger Zeit erfordern, um die Finanzielle Freiheit zu erlangen.

Das Ziel Kombination gilt aber auch separat für die passiven Einnahmen.

Wer sich hier nur auf ein Standbein konzentriert, um die Finanzielle Freiheit zu erreichen, macht sich auch abhängig.

Zinsen können fallen, Aktien Verluste erwirtschaften.

Es ist immer besser, man hat mehrere Alternativen zur Hand und verteilt seine Einkünfte auf verschiedene Quellen.


Die Ziele der Finanziellen Freiheit

Wie bei vielen Dingen, die man sich wünscht, wie Abnehmen oder mehr Sport, hängt der Erfolg entscheidend vom Durchhaltewillen ab.

Dazu ist es oft hilfreich, sich seine Ziele zu visualisieren und sich immer wieder auf sie zu fokussieren.

Was lässt sich durch Finanzielle Freiheit erreichen?

 Unabhängigkeit von einer Arbeit!

Wer hat noch nicht über seinen Chef gemeckert oder die stumpfe Arbeit geschimpft, die man ja nur wegen des Broterwerbs ausübt?

Ein Ziel der Finanziellen Freiheit ist es, völlig unabhängig von einer nichtselbstständigen Arbeit zu leben.

Anders herum:

Sie können sich mit der Finanziellen Freiheit aussuchen, wann, was und mit wem Sie arbeiten möchten.

Freiheit vom Konsum

 Wer sich einmal auf die Ausgabenreduzierung eingestellt hat, der macht sich unabhängig vom Konsumzwang.

Handy kaputt! Neues Handy?

Nein, danke, das brauche ich nicht!

Alle Ausgaben sind fest im Griff und führen letztlich auch nicht dazu, dass man in Bedrängnis kommt, wenn man sie einmal nicht bewältigen kann.

Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen

Dieses Ziel wird oft unterschlagen.

Dabei spielt der gesellschaftliche Zwang in unserem Konsumverhalten eine große Rolle.

Das große Auto muss es sein, um gesellschaftlich anerkannt zu werden.

Oder die angemessene Kleidung, das moderne Smartphone mit soundso viel GB.

Diese Liste ließe sich unbegrenzt fortsetzen. Wer aber bestimmt, was angemessen oder richtig ist.

Wäre es nicht besser, Sie könnten das für sich selbst festlegen?

Die Finanzielle Freiheit gibt die Möglichkeit dazu.


Fazit

Die Finanzielle Freiheit ist ein erstrebenswertes Ziel.

Sie zu erreichen ist möglich.

Dafür sind eine konsequente Ausgabenreduzierung sowie die Erschließung von passiven Einnahmequellen erforderlich.

Wie schnell und ob Sie dies erreichen, hängt vor allem von Ihrer Konsequenz, Ihrer Beharrlichkeit und Ihrer ehrlichen Einstellung – Ihrem Mindset ab.


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