Fondsanalyse, um Risiko zu senken

Für jeden Anleger lautet eine der wichtigsten Fragen: Wurde ich für das eingegangene Risiko ausreichend belohnt? Die meisten Anleger betrachten in der Regel nur die Rendite ihrer Anlagen. Die Risiken nicht zu beachten, ist aber ein grober Fehler. Die Fondsanalyse dagegen ist das Erfolgsrezept, um Ihr Verlust-Risiko deutlich zu senken.

Den Grundregel Nummer 1 für jede Geldanlage lautet:

Risiko minimieren!

Aber was bedeutet eigentlich Risiko?

  • Risiko ist, wenn es mal wieder anders kommt, alles man es sich gedacht hat!
  • Sie fragen sich jetzt sicher, WIE Sie Risiko minimieren.

Das Wetter:

Das Wetter müssen Sie einfach hinnehmen. Sie können es nicht ändern!

Einbrecher:

Dieses Risiko lässt sich durch Sicherheitsmaßnahmen beeinflussen. Schäden können Sie abgesichern mit der passenden Versicherung.

Geld anlegen:

Sie nehmen hier Risiko bewusst in Kauf.

  • Um dann gezielt darauf einwirken zu können.
  •  Wie hoch soll das Risiko sein, passend zum Anlegertyp?
  • Und dafür natürlich den entsprechenden Lohn, die Rendite erhalten.

Sie können die „Risiko“ – Stellschraube nach Ihrem Risikoempfinden bewusst drehen.

Um das Verlust-Risiko einschätzen zu können, helfen Ihnen folgende Möglichkeiten der Fondsanalyse.


Fondsanalyse mit KID

Die erste Möglichkeit der Fondsanalyse, um das Risiko besser einschätzen zu können und damit zur Risikominimierung bietet KID.

Seit dem 1. Juli 2011 gibt es das KID: Key Information Document.

Fondsanalyse KID Anlegerinfo

In diesem 2-seitigen Dokument sind die wesentlichen Anlegerinformationen eines Fonds zusammengefasst.

KID bietet Ihnen einen Überblick der Fondsanalyse.

  • Die Ziele und Anlagepolitik.
  • Das Risiko- und Ertragsprofil.
  • Die Einteilung in Risikoklassen dient zur Risiko Minimierung!

Jeder Fonds wird dort auf einer Risiko-Skala zwischen 1 (geringes Risiko, bei gleichzeitiger geringer Chance) bis 7 (hohes Risiko, bei gleichzeitiger hoher Chance) eingestuft.

Die Einstufung ist abhängig vom Risikoindikator SRRI ="Synthetic Risk and Reward Indicator, der die Wertschwankungen, also die Volatilität, eines Fonds in den letzten fünf Jahren berücksichtigt.

Dazu gleich noch mehr.

  • Im KID finden Sie auch die Kosten.
  • Die Wertentwicklung in der Vergangenheit.
  • Und Praktische Informationen.

Auf der Suche nach dem richtigen Fonds bekommen Sie mit KID einen Überblick der Fondsanalyse und gleichzeitig Europaweit einheitliche Vergleichswerte an die Hand.


Fondsanalyse mit Fonds Ranking

Auch das Fonds Ranking ist eine weitere Möglichkeit der Fondsanalyse zur Risikoeinschätzung und damit zur Risikominimierung.

Das Ranking ist eine quantitative Betrachtung von Fonds mit Hilfe von Daten aus der Vergangenheit in einem bestimmten Zeitraum.

Diese Daten sind die:

  • Wertentwicklung.
  • Die Rendite-Risiko-Kennziffern.
  • Und die Schwankungsbreite (Volatilität) eines Fonds.

Fonds werden in verschiedene Vergleichsgruppen, unterteilt, wie beispielsweise nach der gleichen Region (Europa, Asien) oder der gleichen Branche (Automobilbranche, Biotechnologie, Rohstoffe).

Die Entwicklung der Fonds können anhand der zugrunde gelegten Benchmark vergleichen werden. Somit können Fonds, die über- oder unterdurchschnittlich abgeschnitten haben, erkannt werden.

Das Ranking als Teil der Fondsanalyse dient dazu, Transparenz zu schaffen und dem Anleger als Orientierungshilfe bei der Auswahl des richtigen Fonds zu unterstützen.

Und somit das Risiko zu minimieren.

Alle Fonds eines bestimmten Sektors (Vergleichsgruppe) können dadurch in vier Quartile (Viertel) aufgeteilt werden.


Fondsanalyse mit Quartil

Sie wissen ja schon:

Alle Fonds eines bestimmten Sektors (Vergleichsgruppe) können mit Hilfe des Ranking in vier Quartile (Viertel) aufgeteilt werden.

Aber was bedeutet das?

Ein Beispiel:

Ein Fonds, der mit seiner Performance der letzten zwölf Monate im 1. Quartil rangiert, zählt zu den 25% besten Fonds in der Vergleichsgruppe über einen bestimmten Betrachtungszeitraum.

Umgekehrt zählt ein Fonds, der im 4. Quartil rangiert, zu den 25% schwächsten Fonds im jeweiligen Sektor, über einen best. Betrachtungszeitraum.

Fondsanalyse Quartil

Fondsanalyse mit dem Rating

Eine weitere Möglichkeit der Fondsanalyse zur Risikominimierung bietet das Rating.

Quantitativen Daten und qualitative Kriterien werden dafür von den Ratingagenturen herangezogen.

Das Rating ist quasi eine Kennzahl für die Bewertung des Fondsmanagements und der Kontinuität einer Fondsstrategie.

Das Rating dient Ihnen in der Fondsanalyse als Entscheidungshilfe, um die Auswahl in Frage kommender Fonds einzugrenzen.

Es gibt verschiedene unabhängige Ratingagenturen, wie beispielsweise:

  • Morningstar.
  • Scope.
  • Standard & Poor´s.
  • check
    Lipper.
  • check
    Sauren und viele mehr.

Wir verwenden bei unserer Fondsanalyse gerne die Ratingagenturen Morningstar und Scope.


Morningstar – Rating

Auf der Suche nach dem richtigen Fonds helfen Ihnen die Sterne der amerikanischen Ratingagentur Morningstar.

  • Im Rating sind mehrere Tausend Fonds aus aller Welt.
  • Basis des Ratings ist die Wertentwicklung eines Fonds im Vergleich zu Fonds der gleichen Kategorie.
  • Kosten und Risiko fließen in das Rating mit ein.
  • check
    Im Rating gibt es nur Fonds, die seit mindestens drei Jahren am Markt sind.
  • check
    Sauren und viele mehr.
  • check
    Das ist ein Anzeichen von Kontinuität.
  • check
    Das Rating ist immer sehr aktuell: Es wird monatliche überprüft.

Die Rating-Noten

Fünf Sterne bedeuten:

Dieser Fonds gehört zu den besten 10% aller bewerteten Fonds einer Vergleichsgruppe, beispielsweise alle Aktienfonds weltweit Standardwerte Blend.

Vier Sterne bedeuten:

Dieser Fonds zu den folgenden 22,5% gehört.

Wählen Sie nur Fonds mit mindestens 4 Sternen, so haben Sie die besten 30% als Vorauswahl.

Drei Sterne bedeuten:

Dieser Fonds gehört zu den mittleren 35% einer Vergleichsgruppe.

Zwei Sterne bedeuten:

Dieser Fonds gehört zu den folgenden 22,5%.

Ein Stern bedeutet:

Dieser Fonds gehört zu die letzten 10% aller Fonds einer Vergleichsgruppe.

Im Praxisteil zeigen wir Ihnen, wie sie Fonds mit Hilfe des morningstar Rating auswählen können.


Scope – Fonds-Rating

Eine weitere wichtige Stütze der Fondsanalyse bei der Entscheidungsfindung bietet Ihnen das Rating des Analysehauses Scope.

Scope biete Ihnen ein Funds-Portal, in dem Sie Top – Fonds nach entsprechenden Risikoklassen passend zum Anlegertyp finden.

Zu jedem Fonds finden Sie hier auch das passende Fact Sheet.

Das ist eine kurze Übersicht zu den Fakten des Fonds.

Über 10.000 Investmentfonds werden bei Scope bewertet.

Jeder Fonds wird in eine von fünf Rating-Klassen eingestuft.

Von A sehr gut bis E schwach.

Fondsanalyse Scope Rating

Fondsanalyse mit den Fondskennzahlen

Nicht vergessen dürfen Sie bei Ihrer Fondsanalyse die Fondskennzahlen.

Einige Kennzahlen helfen bei der Risikoeinschätzung eines Fonds:

Auf der Suche nach dem richtigen Fonds unterstützen Sie die folgenden Kennzahlen:

  • Performance.
  • Volatilität
  • Maximaler Verlust.
  • check
    Sharpe Ratio.
  • check
    Alpha.
  • check
    Beta.
  • check
    Active Share.

Im Anschluss erklären wir Ihnen diese Kennzahlen genauer.

Es ist ein nicht ganz einfaches Thema, deshalb haben wir Ihnen zu den einzelnen Punkten Beispiele gemacht.


Fondsanalyse mit der Performance.

Die Performance ist der Erfolg einer Anlage in der Vergangenheit während eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise über 1 Monat oder 1Jahr oder größer 3Jahre in Prozent %.

Also die prozentuale Veränderung zwischen dem angelegten Vermögen am Anfang des Anlagezeitraumes und seinem Wert am Ende des Anlagezeitraumes.

Ein Beispiel:

Der Wert eines Fonds ist in 10 Jahren um 100 % gestiegen, das heißt, die Performance ist 10 % pro Jahr.

Die Performance gibt aber keine Garantie für die Zukunft, jedoch können die in der Vergangenheit gezeigten Ergebnisse eines Fonds viel Aussagen über die Qualität des jeweiligen Fondsmanagements.

Die meisten Fondsgesellschaften berechnen die Performance nach der BVI Methode.

Das ist das angewandten Verfahren des Bundesverbandes Deutscher Investmentgesellschaften.

Die Fonds sind so gut vergleichbar.

Der Ausgabeaufschlag ist aber in dieser Berechnung nicht enthalten. Es ist die sogenannte Brutto-Wertentwicklung.

Je nachdem wie hoch der Ausgabeaufschlag ausfällt, umso niedriger ist die individuelle Netto-Wertentwicklung.

Hinweis

Achten Sie deshalb immer auf die individuelle Netto-Wertentwicklung Ihres Fonds.


Oft gibt es bei Direktbanken einen Rabatt von 50% oder sogar 100% Prozent auf den Ausgabeaufschlag.

Es lohnt sich also darauf zu achten!

Die Performance kann zum Vergleich von Wertpapieren mit einer Benchmark genutzt werden.

Im Vergleich dazu versteht man unter dem Begriff „Rendite“ die exakte Verzinsung des Kapitals pro Jahr.

Klingt zwar komisch, aber die Rendite kann auch negativ sein.

Sie entspricht also nicht nur dem Gewinn.

Auch dazu am besten ein Beispiel:

Der Wert eines Fonds ist in 10 Jahren um 100 % gestiegen, das heißt die durchschnittliche Performance ist 10 % pro Jahr.

Die tatsächliche Rendite dieses Fonds liegt aber unter 10% pro Jahr.

Sie müssen hier nämlich den Zinsenzins, den Ausgabeaufschlag und die Depotkosten mit einkalkulieren.

Wenn Ihnen also jemand 10% oder mehr "Rendite" verspricht, dann fragen Sie genau nach:

  • Ist das vor oder nach Steuern?
  • Vor oder nach den Kosten?
  • Mit oder ohne Inflationsausgleich?

Nach allen Abzügen ergibt sich die Netto-Rendite, also die tatsächliche Rendite und nur die ist aussagekräftig.


Fondsanalyse mit der Volatilität

Die Volatilität ist die Schwankung eines Fondswertes um seinen Mittelwert während eines bestimmten Zeitraums, wie 1 Monat oder 1Jahr oder 3Jahren in Prozent %.

Im folgenden Bild erklären wir Ihnen die Volatilität mit einer vereinfachten Darstellung.

Fondsanalyse Volatilität

Erklärung zum obigen Bild:

  • In unserem Beispiel hatte der Fondswert im letzten Jahr einen Mittelwert von 50€.Das ist die blaue Linie.
  • Der niedrigste Wert war 45 Euro, der höchste war 60 Euro.
  • Der Fonds ist also um 15 Euro im letzten Jahr geschwankt.  Der grüne Bereich.Die Differenz aus dem höchsten und dem niedrigsten Wert.
  • check
    15 Euro sind 30% von unserem Mittelwert, den 50 Euro.
  • check
    Das heißt, der Fonds hat eine Volatilität von 30%.

Je höher die Volatilität, also die Schwankungsbreite, umso größer kann das Verlustrisiko bzw. der Gewinn in einer bestimmten Zeit sein.

Die Volatilität ist ein wichtiges Kriterium der Fondsanalyse, das Sie aber gemeinsam mit den anderen Kriterien bewerten müssen.

Hinweis

  • So macht beispielsweise eine niedrige Volatilität und eine gute Performance einen Fonds interessant.
  • Dagegen ist eine niedrige Volatilität und eine schlechte Performance auch nicht unbedingt zielführend!

Sie wissen ja bereits, in der Anlegerinformationen KID sind Fonds nach der Risiko-Skala zwischen 1 (bedeutet geringes Risiko, aber auch geringe Chance) bis 7 (das bedeutet hohes Risiko, aber auch hohe Chance) eingestuft.

Und zwar abhängig vom Risikoindikator SRRI, der die Wertschwankungen, also die Volatilität, eines Fonds in den letzten fünf Jahren berücksichtigt.

Die Risikoeinstufung bezieht sich immer auf die Vergangenheit.

In der Tabelle sehen Sie den Zusammenhang zwischen der Risiko-Skala aus der Anlegerinformation KID, die entsprechende Volatilität und Beispiele dazu.

Fondsanalyse KID
Fondsanalyse KID 4.5.6

Auch hier ein Beispiel:

  • Der Risiko-Skala Wert 4 entspricht einer Volatilität zwischen 5,0% < 10,0%.
  • In diese Gruppe können beispielsweise „Mischfonds EUR ausgewogen“ fallen.
  • Geeignet für ertragsorientierte und risikobewusste Anleger.

Fondsanalyse mit dem maximale Drawdown

Der maximale Drawdown bedeutet den maximalen historischen Verlust, den ein Anleger hatte, während eines festgelegten Zeitraums, wie 1 Monat oder 1 Jahr oder 3 Jahren.

Der Wert des Drawdown endet immer bei 0, er kann nur negativ werden!

Aber Achtung:

Der max. Drawdown ist keine Garantie, dass ein möglicher Verlust beim "nächsten Mal" nicht noch höher wird!

Er ist in unserer Fondsanalyse ein Qualitätsindex für das Risikomanagement.

Fondsanalyse max Drawdown

Das Beispiel in der Tabelle zeigt:

Anlage A hatte in der Vergangenheit einen max. Drawdown von -24% und eine Performance von +63%.

  • Sie können mit Anlage A also, wenn die Zukunft mit der Vergangenheit übereinstimmen sollte, +63% Performance erleben.
  • Man könnte denken:Cool! Da muss ich sofort Geld investieren.Wenn es aber wieder einen max. Drawdown von -24% oder mehr gibt, dann verlieren Sie auch -24 % oder mehr.

Im Gegensatz dazu ist Anlage B mit einer Performance von +15% in der Vergangenheit und einem max. Drawdown von nur -2% in diesem Zeitraum sehr viel interessanter.

  • Sie riskieren maximal -2%, um maximal +15% zu gewinnen.
  • Wenn, wie gesagt, die Zukunft mit der Vergangenheit übereinstimmen sollte.
Fondsanalyse max Drawdown Rechnung

Ein Beispiel zur Berechnung des max. Drawdown:

Sieht komplizierter aus, als es ist – versprochen. Sie müssen nur den Pfeilen folgen.

  • Die Rechnung beginnt mit dem ersten Verlust.  Im Beispiel 10.000€ -2.000€.
  • Dann +1.000€ und wieder -2.000€.
  • Am 1.4.2014 lag in unserem Beispiel, also der max. Drawdown bei -3.000€, das entspricht 30% von den ursprünglichen 10.000 Euro.
  • check
    Über den Zeitraum von 1 Jahr lag der max. Drawdown dann aber bei -9.000€ also 60% von den ursprünglichen 10.000 Euro.
  • check
    Auch wenn sich diese Anlage im weiteren Verlauf wieder positiv entwickelt, der Maximum Drawdown von 60% bleibt.

Als Anleger sollten Sie sich bewusst sein:

Wenn eine Anlage mit einem sehr hohen max. Drawdown über eine gewisse Zeit kaum noch Verluste hat, kann dennoch immer ein enormes (historisches) Rückschlagpotenzial bestehen.


Fondsanalyse mit der Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist die Differenz der Rendite einer Geldanlage mit einer sicheren (risikolosen) Verzinsung unter Berücksichtigung der Volatilität.

Die Sharpe Ratio ist in der Fondsanalyse eine klassische Performance Maßzahl.

Sie gibt an, wie viel Risiko für die Rendite eingegangen wird.

Je größer die Sharpe Ratio, desto besser ist die Performance der Anlage einzustufen.

Fondsanalyse Sharpe ratio

Die Erklärung dazu:

  • zu 1.) Ein Fond hat 5% erwirtschaftet, also 5% Rendite.
  • zu 2.) Der sichere (risikolose) Geldmarkt hat 2% Prozent als Rendite erwirtschaftet.
  • zu 3.) Der Fonds hat dann eine sog. Überschussrendite von 3%.  
  • check
    zu 5.) Diese 3% werden nun ins Verhältnis gesetzt (3. geteilt durch 4.) zur Volatilität (4.) des Fonds.Das Ergebnis ist die Sharpe Ratio.

Die Sharpe Ratio ist größer eins (>1):

  • Der Fonds hat einen Überschuss erwirtschaftet, der das höhere Risiko des Fonds kompensiert
  • Die Investition hat sich mit dem eingegangenen Risiko gelohnt.

Liegt die Sharpe Ratio zwischen null und eins, so hat der Fonds zwar einen Überschuss bezüglich der risikolosen Verzinsung erzielt.

  • Der Überschuss entspricht aber nicht dem eingegangenen Risiko

Liegt die Sharpe Ratio unter null (<0), so hat der Fonds nicht einmal die Verzinsung der sicheren Geldmarktanlage erreicht.

Sehr interessant ist die Sharpe Ratio in unserer Fondsanalyse für den Fonds Vergleich.

  • Haben zwei Fonds die gleiche Performance, sollten Sie den mit der höheren Sharpe Ratio auswählen.
  • Denn je höher die Sharpe Ratio, desto mehr Rendite hat der Fondsmanager zum eingegangenen Risiko erzielt.
  • Somit ist die Sharpe Ratio ein objektiver Maßstab für die Leistung des jeweiligen Fondsmanagements.

Und wieder der sehr wichtige Hinweis:

Aus der Sharpe Ratio lässt sich keine garantierte Aussage über die Risiko-Entwicklung in der Zukunft machen.

  • Sie biete aber eine wertvolle Orientierung, für den Fall, dass die Zukunft mit der Vergangenheit übereinstimmen sollte.
  • Sie ist wie alle anderen Risiko Kennzahlen auch eine wichtige Möglichkeit in der Fondsanalyse, um das Risiko bewusst zu minimieren.

Fondsanalyse mit Beta

Beta gibt die Schwankung des Fonds im Verhältnis zur Benchmark wieder.

Also die Renditeschwankungen einer Anlage gegenüber der Renditeschwankung des Marktes bzw. des vergleichbaren Index, der Benchmark, in einem bestimmten Zeitraum, wie 1 Monat oder 1 Jahr oder 3 Jahren.

In der folgenden Tabelle sehen Sie die möglichen Werte von Beta:

Beta kleiner 1 bedeutet: 

Der Fonds schwankt schwächer als der Vergleichsindex.

  • Steigt die Rendite des Vergleichsindex, steigt dagegen die Rendite des Fonds weniger.
  • Angle Double Right
    Bei fallenden Kursen ist der Wert nicht so negativ, wie der des Indexes.

Beta gleich 1 bedeutet:

Der Fonds schwankt genauso stark wie der Vergleichsindex.

Solche Fonds sind für risikobewusste Anleger geeignet.

Beta größer 1 bedeutet:

Der Fonds schwankt stärker als der Vergleichsindex.

  • Bei Aufwärtstrends hat der Fonds in der Regel bessere Rendite wie der zugehörige Index.
  • Bei fallenden Kursen fällt die Rendite schlechter aus, als bei dem Vergleichsindex.
  • Solche Fonds sind daher nur für risikobewusste, spekulative Anleger geeignet.
Fondsanalyse BETA

Beta bei ETFs und Fonds

  • Ein DAX-ETF, also ein Indexfonds, der den Dax abbildet, hat genau ein Beta von 1.
  • Ein Investmentfonds Welt, der sich am MSCI World orientiert, kann nur zufällig ein Beta von 1 erreichen. Beta ist in der Regel kleiner oder größer.

Wichtiger Hinweis:

Schwanken die Ergebnisse eines Fonds im Vergleich zum Markt stark (also bei Beta >1), dann sollten Sie als Anleger aber auch mit ähnlichen Schwankungen in der Zukunft rechnen.

Fondsanalyse mit Alpha

Mit der Risiko-Kennzahl Alpha wird die Über- bzw. Unterentwicklung eines Fonds zur Benchmark gewertet.

Also die Wertentwicklung eines Fonds gegenüber der Wertentwicklung eines vergleichbaren Index oder eines bekannte Investmentfonds in einem bestimmten Zeitraum, wie 1 Monat oder 1 Jahr oder 3 Jahren.

Alpha größer 0 bedeutet:

  • Die Fondsmanager haben in der Regel eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsindex erwirtschaftet.
  • Ebenso haben die Fondsmanager gute Arbeit geleistet und die richtigen Wertpapiere ausgewählt.nt
  • Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt.

Bei einem Alpha kleiner 0 hatte der Fonds eine schlechtere Wertentwicklung als der Vergleichsindex.

Ein Beispiel:

Ein Indexfonds (EFTs) hat ein Alpha von Null.

Fondsanalyse Alpha

Risikoadjustierte Berechnung von Alpha in Abhängigkeit von Beta

Was ist das schon wieder?

Ganz einfach!

Die risikoadjustierte Berechnung von Alpha, bedeutet, dass Alpha in Abhängigkeit von Beta berechnet wird

Machen wir wieder ein Beispiel dazu.

  • 1
    Beta eines Fonds, hier im Beispiel 1,1 mal der Rendite des vergleichbaren Index, hier: 7% ergibt den Maßstab zur Berechnung des Alpha, hier: 7,7%.
  • 2
    Die Rendite eines Fonds minus dem Maßstab zur Berechnung des Alpha, ergibt Alpha. Beispiel: 8,7%-7,7%=1%                                In diesem Fall hat der Fonds risikoadjustiert eine Überrendite erwirtschaftet. 
Fondsanalyse Alpha Berechnung

Ist das Ergebnis für Alpha jedoch negativ, dann hat der Fonds sich unter Berücksichtigung des Risikos schlechter entwickelt als sein Vergleichswert.


Fondsanalyse mit dem Active Share

Die relativ neue Risiko Kennzahl Active Share gibt in der Fondsanalyse an, wie aktiv das Management eines Fonds ist.

  • Wie aktiv ist das Management eines Fonds?
  • Orientieren sich die Fondsmanager zu eng am zugrunde gelegten Index?
  • Ist das Management sein Geld wert?

Je aktiver ein Fonds anlegt, desto erfolgreicher ist er in der Regel.

Aber es gibt keine Garantie auf Erfolg.

Wer zu weit von der Benchmark entfernt ist, kann auch danebenliegen.

Fondsanalyse Active Share

Immer mehr Investmenthäuser geben Active Share in den Factsheets ihrer Fonds an.

Orientieren sich die Fondsmanager zu eng am zugrunde gelegten Index?

Schlagen können sie ihn so natürlich kaum.

In der Regel sind Investmentfonds mit hohen Management Gebühren verbunden.

Ist das Management sein Geld wert?

Das Fondsportfolio wird mit dem zugrunde gelegten Index verglichen.

0% bedeutet:

Ein Portfolio mit einem Aktivitätsgrad von 0% weist keine Abweichung vom Indexportfolio auf.

100% bedeutet:

Größtmögliche Abweichung vom Index.

Je aktiver ein Fonds anlegt, desto erfolgreicher ist er in der Regel, aber es gibt keine Garantie auf Erfolg.

Wer zu weit von der Benchmark entfernt ist, kann auch danebenliegen.

Entscheidend ist aber mal wieder die Wahl des richtigen Index.

Ein Beispiel:

  • Der Morgan Stanley Investment Fonds Global Brands A (ISIN: LU0119620416) weist gegenüber dem MSCI World eine Active Share von 92% auf.
  • Die klassifiziert ihn als äußert aktiv gemanagten Fonds.
  • Verwendet man aber stattdessen den MSCI World/Consumer Staples als Benchmark, dann reduziert sich die Active Share auf deutlich moderatere 70%.
  • check
    Morningstar gibt in diesem Fall als Benchmark 50% MSCI World/Consumer Staples und 50% MSCI World/Consumer Discretionary Index als Benchmark an.

Es gilt also erst die passende Benchmark zu wählen, bevor die Active Share berechnet wird.

Und diese Benchmark muss nicht zwangsläufig mit den Angaben der Produktanbieter übereinstimmen.

Auch dazu wieder ein Beispiel:

  • Gehen wir einfach mal von einem Index aus, der nur aus einer Aktie besteht.
  • Würde ein Fonds die eine Hälfte seines Vermögens in diese 1 Aktie und die andere Hälfte in eine anderen Aktie investieren, wäre das Active Share des Fondsportfolios 50%.
Fondsanalyse Active Share Beispiel

Werfen Sie auch immer mal wieder einen Blick auf die Portfolio Analyse.

Die Gesamtheit ihrer Anlagen zählt!


Fazit: Fondsanalyse

Werfen Sie bei der Fondsanalyse immer einen Blick in die Vergangenheit des Fonds mit folgenden Hilfsmitteln. 

  • Risikokennzahlen.
  • Factsheet.
  • KID.

Klären Sie damit folgende Fragen:

  • Wie hat sich der Fonds wann entwickelt?
  • Wie hat der Fonds Krisenzeiten überstanden?
  • Was war sein maximaler Verlust (Maximum Drawdown)?
  • check
    Wie hat der Fonds Abwärtsphasen/Aufwärtsphasen an den Börsen überstanden?Sinkt bzw. steigt der Wert dann nicht so stark im Vergleich, ist das ein Hinweis auf Kontinuität.

Wenn ein Fonds beispielsweise während der Finanzkrise im Jahr 2008 weniger Verluste hatte als der Durchschnitt, ist er vielleicht auch in der Zukunft robuster.

Wählen Sie nicht einfach die Fonds, die in den Performance Ranglisten, zum Beispiel der letzten 3 Jahre, ganz vorn lagen.

Sie wissen ja jetzt, dass die Performance allein nicht aussagekräftig genug ist.

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